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von Rhonda Eilwind
18.01.2018 12:26
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Charakterkonzept: Homosexueller Zwerg
Antworten: 55
Zugriffe: 2440
Geschlecht:

Charakterkonzept: Homosexueller Zwerg

Infernal Acid hat geschrieben:
18.01.2018 12:13
Wenn man nichts vorab abspricht, gilt meist der (un)bewusste Gruppenkonsens. Und da stimme ich AdvocatusDiaboli zu 100% zu, dass dieser mehrheitlich wie in den heutigen Medien kolportiert ausschauen wird.
Ja, da hast du wohl Recht. Das sieht man ja auch schon am Eingangspost. :)

Aber wenn man von da aus mal weiterdenkt: Wie plausibel ist dieser unbewusste Gruppenkonsens in diesem Fall auf den zweiten Blick?

Edit: Bzw.: Was sagen die aktuellen Regelwerke zu diesem Thema?
von Rhonda Eilwind
18.01.2018 09:56
Forum: Generierung & Charakterentwicklung
Thema: Charakterkonzept: Homosexueller Zwerg
Antworten: 55
Zugriffe: 2440
Geschlecht:

Charakterkonzept: Homosexueller Zwerg

Advocatus Diaboli hat geschrieben:
18.01.2018 08:43
Es kann sehr cool sein, einen Char wie vom TE erdacht zu spielen. Es kann auch viel Frust bedeuten, wenn die anderen Spieler/der SL das Konzept des homosexuellen, femininen Zweges doof finden, weil es nicht zu ihrem Bild von Geschlechterrollen in Aventurien passt.
Was mich wieder auf den Eingangsbeitrag zurückbringt.

Unter den bisher beschriebenen Voraussetzungen ('Zwerge mit hohem Männerüberschuss', 'Zwerge eher asexuell', 'optisch/körperlich weniger Unterschiede zwischen den Geschlechtern') scheint es mir fast wahrscheinlicher, dass der hier von @Mille-el beschriebene Charakter bei den heimatlichen Ambosszwergen Probleme bekommt, weil er eher 'schöngeistig' veranlagt ist, als, weil er schwul ist.

Wie @Advocatus Diaboli schreibt: Wir assozieren das mit "weiblich" und daher bei Männern u.U. mit "schwul", aber gilt das für Zwerge tatsächlich auch genau so? - Oder sind die gesetzten biologischen Unterschiede zwischen Mensch und Zwerg groß genug, um ein merklich anderes Partnerschafts- und Sexualverhalten als wahrscheinlich anzunehmen?

Die entsprechenden neueren Regelwerke kenne ich nicht, das nur vorab - aber von dem, an das ich mich zu erinnern glaube, halte ich es gerade bei den Zwergen eigentlich für weniger sinnvoll, automatisch von irdischen Klischees auszugehen.

Und das schreibe ich, obwohl ich den Charakter und dassen Vorgeschichte durchaus nett ausgearbeitet finde.

Aber: Wie wahrscheinlich ist es, dass das bei Zwergen auch so ist, das künstlerisch veranlagte Männer als schwul abgestempelt werden, wo es viel weniger Frauen gibt, es also viel normaler sein müsste, dass auch Männer sich mit Kunsthandwerk beschäftigen?

Außer - die spezielle zwergische Kultur, aus der der Charakter stammt, hat mit Kunst und Musik vergleichsweise wenig am Hut und erkennt eigentlich nur Krieger und Bergarbeiter/'Techniker' (und eine bestimmte Sorte Künstler/Kunsthandwerker, die Waffen und Werkzeuge perfektioniert und Krieger künstlerisch im richtigen Licht darstellt) als nützliche Gesellschaftsmitglieder an.

In dem Fall könnte alles, was im Eingangspost hervorgehoben wurde (Kontakschwierigkeiten, das Gefühl, nirgends dazuzugehören etc.) einfach dadurch bedingt sein, dass unabhängig von seiner sexuellen Orientierung(die natürlich immer noch 'schwul' sein kann, wo es eine Rolle spielt) der betreffende Zwerg andere Vorstellungen hat als seine Mitzwerge. Sich vielleicht unter Tage nicht wohl fühlt, mit Kampf nichts anfangen kann, künstlerische Vorstellungen hat, die bei [Edit] den Brilliantzwergen [Edit] durchaus Erfüllung finden könnten, bei den Ambosszwergen aber einfach kein Echo finden. - Und ganz vielleicht hat er ja einfach auch - wie auch immer ausgerichtet - vergleichsweise viel mehr sexuelle Bedürfnisse als alle anderenZwerge in seinem Umfeld (was sich mangels Frau ja durchaus automatisch auf beliebige Mitzwerge richten kann) - und findet auch dafür einfach keinen gleichgesinnten Freund oder Partner?

Dazu muss er, wenn ich es richtig verstehe, noch nicht mal im menschlichen Sinne "brünstig" sein - es würde ja schon reichen, dass ihn im Gegensatz zu seinen Mitzwergen körperliche Nähe attraktiver oder ihm sympathischer Personen wie beschrieben aus dem Konzept bringt, und er überhaupt ein Bedürfnis in dieser Hinsicht hat, das die anderen so nicht kennen oder vielleicht intuitiv, da es nicht erfüllt werden kann, anders kompensieren. Und über das evtl., weil es etwas höchst Intimes ist, dass eventuell eben 'dem einen' festen Partner (egal welchen Geschlechts) vorbehalten bleibt, normalerweise unter Ambosszwergen nicht gesprochen wird.

Bei einem hinreichend gehemmten/schüchternen Charakter reicht das vielleicht schon aus: Er hat gelernt, dass Zwerge unter Umständen irgendwann "etwas" fühlen, und zwar üblicherweise dann, wenn sie den Partner finden, mit dem sie dann den Rest ihres Lebens verbringen. Unglücklicherweise fühlt er "etwas" beim Anblick von jedem zweiten oder dritten halbwegs ansehnlichen Mitzwerg. - Und möglicherweise ja sogar beim Anblick gewisser Nicht-Zwerge- Was ist das? Was soll das? Zu was macht ihn das? - Kann das normal sein? - Wen soll er das fragen?

Er könnte auf seinen Reisen irgendwann erleichtert registrieren, dass das für Menschen durchaus nicht unnormal (wenn auch nicht immer wünschenswert) ist - und zugleich unglücklich bemerken, dass er offenbar "kein richtiger Zwerg" ist, wenn er genauso fühlt.

Möglicherweise könnte er irgendwann in der deutlich offeneren Kultur der Brillantzwerge merken, dass die es auch diesbezüglich etwas lockerer sehen, und bei ihnen die gesellschaftliche Verpflichtung: "Wenn du keinen festen Partner findest, setz gefälligst all deine Energie für die Gemeinschaft ein, statt Zeit mit romantischen Tagträumen zu verplempern" nicht so ausgeprägt ist. - Also, dass man auch auf diese Art und Weise Zwerg sein kann, und zumindest von sehr vielen anderen Zwergen dann immer noch als Zwerg anerkannt wird.

Aber bis es soweit ist, wird er noch eine Weile mit sich als Zwerg und sich als Persönlichkeit zu kämpfen haben. Und zwar grundsätzlich, ob er nun letztlich homo- oder heterosexuell orientiert ist, weil er - für einen Zwerg - relativ ausgeprägte sexuelle Bedürfnisse hat. (Sowie. s.o., eventuell vom Durchschnitt doch merklich abweichende sonstige Interessen.)

(Ich hoffe, es liest sich einigermaßen sinnvoll, was ich hier schreibe.)