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von Rhonda Eilwind
11.09.2018 10:17
Forum: Splitterdämmerung
Thema: [MI] Fragen/Disk. zu Träume von Tod
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[MI] Fragen/Disk. zu Träume von Tod

sagista hat geschrieben:
10.09.2018 22:43
vielleicht ist es wirklich zu hart, in einer Gruppe mit jungen Müttern ein Kind durch die Helden töten zu lassen.
Ich bin geneigt, Jadoran da zuzustimmen. Das muss nicht, kann aber mächtig nach hinten losgehen. (Wenn's ganz blöd kommt bis hin zur Gruppenspaltung oder dazu, dass jemand das RPG für immer aufgibt, und das wäre ja nicht im Sinne des Erfinders.)

Es ist ja durchaus gut und richtig, dass man zwischen IT und OT unterscheiden sollte - ich finde das durchaus auch eine Herausforderung, die einem als Spieler im Rollenspiel eine Menge geben kann. Das geht aber umso schwerer, umso emotionaler man an ein Thema herangeht. Und Kinder sind für ich denke fast die meisten Eltern ein sehr emotional "aufgeladenes" Thema. Da kommt man auch nicht einfach so dagegen an.

Ich bin eigentlich ein sehr rational veranlagter, kopfgesteuerter Mensch. Wenn ich früher Filme gesehen habe, in denen Kinder umgebracht/in Gefahr gebracht wurden, um den Zuschauer "anzusprechen", habe ich mich geärgert, weil ich mich billig manipuliert gefühlt habe. Heute habe ich selbst zwei Kinder, und obwohl mit der Zweck des Ganzen immer noch bewusst ist, kann ich mir so etwas heute gar nicht mehr angucken. Geth nicht. Entweder, ich heule die ganze Zeit, oder ich habe die halbe Nacht Alpträume - oder beides. :P

Finde ich selber blöd, machste aber nichts dran. :rolleyes:

Wie es im Rollenspiel wäre, weiß ich gar nicht. Da ist für mich der Abstand etwas größer. Ich fände den Gedanken jetzt inneraventurisch nicht an sich abschreckend, zumindest auf einer "Ich denke gerade drüber nach"-Ebene nicht.
Deine Mitspieler aber ja anscheinendim Spiel jetzt schon, von daher...

Ich denke, eine Endszene, in der das Kind sich etwa auflöst oder (mataphorisch) "hinter einem Vorhang"/durch einen Blitz/unter Auftreten irgendeines anderen göttlichen Zeichens verschwindet/verwandelt/stirbt ist erstens leichter zu ertragen, zweitens durchaus auch stimmig, und macht es drittens den Spielern leichter, zu akzeptieren, dass das besagte Kind tatsächlich "etwas anderes", nämlich eine Inkarnation Borons oder was auch immer ist, und einen bestimmten Zweck erfüllt hat.

Nur damit das Kind geopfert wird/sich opfern kann, ist es ja, außer vom AB so vorgegeben, an sich nicht nötig, dass die Spieler das tun. Oder es wirklich durch "Messerklinge ins Herz" oder was auch immer, geschieht.
von Rhonda Eilwind
10.09.2018 13:02
Forum: Splitterdämmerung
Thema: [MI] Fragen/Disk. zu Träume von Tod
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[MI] Fragen/Disk. zu Träume von Tod

Jadoran hat geschrieben:
10.09.2018 12:39
Aber nicht allen Spielern macht es Spaß, sich darauf einzulassen.
Das ist wohl so. Und ich stimme dir zu, wie man dazu steht und damit umgeht, bleibt jedem selbst überlassen und sollte an sich genauso wenig bewertet werden wie andere Apsekte der jeweiligen persönlichen Spielweise.

Aber falls das der Fall wäre, dass die Spieler sich damit nicht auseinandersetzen wollten, oder das Thema in den falschen Hals kriegen, könnten wir hier doch auf keinen Fall helfen?

Ich hatte andererseits @sagista nicht so verstanden, als wollten die Spieler sich mit dem Thema nicht befassen, sondern als würden sie insgesamt recht intensiv darüber nachdenken?

Irgendwie verliere ich gerade den Faden, fürchte ich.

Mein Punkt ist:

Ich finde deine obigen Beschreibungen ("Mach ihnen die harten Fakten zugänglich") gut, aber deine Schlüsse, welche Deutungen die Handlungsweise von Boron nur zulässt, inneraventurisch zu einseitig. In dem du schreibst "Nach eurem moralischen Kompass sieht es so und so aus und der Gott kommt gleich nach dem Erzdämonen" schreibst du den Spielern letztlich genauso vor, wie sie den Fall zu sehen haben, wie wenn du ihnen inneraventurische Argumente zugänglich machst, die für das Opfer sprechen, und ihnen einfach aufdrückst, es würde ihnen nichts ausmachen, "weil sie Aventurier sind".

Wen man ihnen aber beide Argumente parallel und leidlich neutral präsentiert, haben sie durchaus die Chance, sich selbst für das eine oder das andere zu entscheiden, ohne überfahren zu werden.

Denn so wie ich es verstanden habe, hat @sagista nicht in Betracht gezogen, das Opfer einfach ganz wegzulassen... oder habe ich das falsch verstanden? - Kann ja auch sein.
von Rhonda Eilwind
10.09.2018 12:23
Forum: Splitterdämmerung
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[MI] Fragen/Disk. zu Träume von Tod

Ja, ehm, könnte man... :P

(Bleibt ja jedem selbst überlassen, wie er den Abend verbringt. :ijw: )

Stimmiger wäre es vermutlich, wenn man IG jemanden diesen Standpunkt vertreten oder einige dieser Argumente vorbringen lässt. Nicht, um das Ganze den Spielern aufzuzwingen, sondern um ihnen eben diesen anderen, inneraventurischen Blickwinkel zugänglich zu machen?

Nun kann die zu Opfernde anscheinend nicht reden, aber immerhin reden lassen - was, wenn sie selbst recht offensiv diesen Standpunkt vertritt und sich gar nicht retten lassen will...?
Als "auserwähltes Gefäß blahblupp" hat sie ja möglicherweise recht klare Vorstellungen von dem, was von ihr erwartet wird? Und möglicherweise eben gar keine Zweifel?

(Anmerkung: Ich kenne das Abenteuer nicht, finde aber das beschriebene Dilemma interessant. Ich hoffe, es ist okay, wenn ich also trotzdem was dazu sage? - Wenn das eher stört oder am Thema vorbeigeht, sagt einfach Bescheid.)
von Rhonda Eilwind
10.09.2018 11:26
Forum: Splitterdämmerung
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@Jadoran

Das gilt aber doch eigentlich immer - und gerade weil das Ganze im Kopf der Spieler stattfindet, ist es vielleicht nicht so schlecht, genau diesen Punkt (erwiesene Götterexistenz, erwiesenes Leben nach dem Tod usw usf etc pp) OT oder auch IT in der Diskussion zu thematisieren, wenn man sich nun schon einmal entschlossen hat, das Opfer eben nicht auszusparen.

Denn die Frage, ob man das Ganze nicht einfach weglässt, scheint sich ja nun bereits nicht mehr zu stellen.