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von Dingens
24.05.2018 17:33
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: 5 Jahre nach Umstrukturierung der Redaktion
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5 Jahre nach Umstrukturierung der Redaktion

Ich finde nicht, dass ein solches Nachschlagewerk hilft oder notwendig wäre. Man hätte einfach mutig wahlweise den Kanon komplett neu definieren, oder einen deutliche Zeitsprung mit DSA5 machen müssen. Die Altlasten aus Briefspielzeiten und mehreren Jahrzehnten Publikationen sind schlicht und ergreifend zu viel für eine komplett neu aufgestellte Redaktion.

Wenn man sich vor dem Zeitsprung scheut, hätte man so zumindest alles an Hintergrund, was nicht in den DSA4.1-Bänden niedergeschrieben war oder sich in ausgewählten Abenteuern findet, rauswerfen sollen und Recherche somit auf ein handhabbares Maß zusammen stutzen können. Damit ziele ich nicht auf "G7 hat's nie gegeben, willkommen in der tobrischen Metropole Ysilia" oder "Die Kaiserin heißt jetzt Annelind", sondern auf "Der Baron von Hinterplotzkirchen wurde aber im Aventurischen Boten 26/dem Roman Nachtschattenpups mit dem Familiennamen von Rommelböck eingeführt, jetzt im Heldenwerkabenteuer 20 Jahre später heißt er plötzlich Poppelstein".

Andere zu groß gewachsene Universen haben ähnliche Schnitte mitmachen müssen, um weiterhin kreative Story-Entwicklung zu ermöglichen. Ein Abenteuerautor, der erst einmal tausende Seiten Krempel aus vergangenen Jahrzehnten lesen muss um ja nicht irgendeiner Setzung zu widersprechen, schreibt entweder gar keine, weniger oder schlechtere Abenteuer.
von Dingens
04.01.2017 15:42
Forum: Allgemeine Diskussion
Thema: 5 Jahre nach Umstrukturierung der Redaktion
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Re: 5 Jahre nach Umstrukturierung der Redaktion

Leider negativ, überwiegend.

Der aktuelle Metaplot wirkt (als Außenstehender, der nur mitliest, selbst aber ewig in der Vergangenheit spielt und meistert) uninspiriert und unzusammenhängend. Die Heptarchen wurden in einem Aufwasch irgendwie entsorgt, die dazu erschienenen Abenteuer sind zum einen, der gängigen Meinung nach, überwiegend schlecht gemacht und werden dem zur Verfügung stehenden Material nicht gerecht, und zum anderen unvollständig (ernsthaft!?). Die Theaterritterkampagne reizt mich nach allem, was ich lese, überhaupt nicht. Was das nun kommende Heldenzeitalter angeht, befürchte ich das Schlimmste - Verwandlung von DSA endgültig in eine quietschbunte 08/15 Fantasy-Welt. Einige einzelne Abenteuer, die in den letzten Jahren erschienen sind, scheinen wirklich toll zu sein. Das ist dann aber für mich eher die Leistung individueller Autoren als eine Leistung der Gesamtredaktion.

DSA 5 hat für mich sehr positiv angefangen: Mit ausführlicher Befragung der Spieler. Das meiste, was hinten rauskommt, überzeugt mich persönlich aber nicht:
- Zu den Regeln kann ich im Detail wenig sagen (nicht bespielt), was ich bisher gesehen habe wirkt aber überwiegend nur wie "anders, mehr so wie aktuelle PC-RPG" als wie wirklich einfacher und flüssiger spielbar. Dafür dann viele DSA-Kern-Mechanismen zu entsorgen, finde ich fragwürdig (ist vielleicht etwas Nostalgie dabei).
- Der neue Stil ist überhaupt nicht meins. Die Zeichungen erinnern teilweise an Munchkin o.Ä. und haben NICHTS mehr mit den qualitativ teilweise künstlerisch brillanten, stimmungsvollen und einzigartigen Schwarz-Weiß-Zeichnungen früherer Jahre zu tun. Das ist natürlich Geschmacksache.
- Die Veröffentlichungspolitik finde ich völlig unmöglich. Ich habe das Gefühl, Regeln und Fluff werden so unzusammenhängend wie möglich über so viele Publikationen wie möglich gestreut. Hat sich da eigentlich VOR Drucklegung des ersten Bandes irgendjemand mal ein paar Gedanken zu gemacht? DSA 4.1 war schon extrem regelbeladen, aber immerhin wusste ich immer, welches Buch ich aufschlagen muss. Natürlich macht es Sinn, ein WdZ aufzuspalten in zwei kleinere Bücher - aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier nach "alles, was gerade schon fertig ist, kommt in den ersten Band" geteilt wurde statt mit Sinn und Verstand. Die Hälfte der Zauber fehlen, dafür eine Kulturbeschreibung (!) und irgendwelche Zauberbarden, die in meinem Aventurienbild nix zu suchen haben ...
- Schlussendlich frage ich mich bei allem, was ich von DSA5 zu lesen bekomme: Hätte man das nicht vernünftig organisiert 2 Jahre später herausbringen können? Lief DSA4 so schlecht, dass man nicht noch ein paar Jahre länger DSA4 publizieren und die Story-Stränge vernünftig zu Ende bringen (Splitterdämmerung komplett!) kann? Parallel wären dann die DSA5-Regeln zumindest in ihren Grundgerüsten so vollständig erstellt, dass man sie anschließend in logische, in sich abgeschlossene Regelwerke packen und in kurzem Takt, limitiert durch Layout und Lektorat, nicht durch Regelschreiben, veröffentlichen kann?

Keinem der neuen oder gebliebenen Redakteure spreche ich ihren Einsatz oder ihre Begeisterung für DSA ab. Auch kenne ich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Ulisses nicht - wenn man die Veröffentlichungen braucht, um am Leben zu bleiben, ist das nun mal harte Realität. Aber für mich persönlich sind, völlig unabhängig von inhaltlicher Kritik, viele fragwürdige Entscheidungen bezüglich Veröffentlichungen getroffen wurden, die mich als Käufer nachhaltig abgeschreckt haben. Wir bleiben bei DSA 4.1, wo wir bereits alle Regelwerke besitzen und nur noch ab und an ein Abenteuer kaufen müssen.

Grüße