Die Suche ergab 3 Treffer

von Jadoran
20.06.2018 22:46
Forum: Sonstige Bewertungen & Diskussionen
Thema: Bewerten ohne das Produkt zu kennen
Antworten: 56
Zugriffe: 2975

Bewerten ohne das Produkt zu kennen

Man kann seinen Blick vornehmlich drauf richten, was Mist ist, oder das, was gut ist. Wer schon mal ernsthaft was für Kunden produziert hat - gemalt, geschrieben, gebaut... egal - der weiß, wie schwer es ist, ein rundes Produkt anzuliefern. Ein Abenteuer ist meiner Erfahrung nach erst einigermassen "rund", wenn man es mindestens dreimal mit unterschiedlichen Runden gemeistert hat.
Ich spiele schon lange DSA, und ich habe viele Kaufabenteuer und noch mehr selbsterdachte Kampagnen gespielt und geleitet. Von daher respektiere ich die kreative Arbeit eines Autors, selbst wenn ich sein Werk in vieler Hinsicht kritisiere.
Sumaro bezieht sich hier wahrscheinlich auf meine Rezension von "Schleierfall", aber gerade weil ich das Abenteuer auf über 130 Seiten selbst komplett umgeschrieben habe, sehe ich die Mühe und Kreativität, die Alex Spohr trotz allem, was mir daran nicht gefällt, da rein gesteckt hat. In meinen Augen läßt sich was draus machen, da sind viele gute Ideen drin, er schreibt einen guten Stil, und ich gebe mich nicht der Illusion hin, das mein Geschmack der allein selig machende ist.
von Jadoran
20.06.2018 10:11
Forum: Sonstige Bewertungen & Diskussionen
Thema: Bewerten ohne das Produkt zu kennen
Antworten: 56
Zugriffe: 2975

Bewerten ohne das Produkt zu kennen

Eine sorgfältige Rezension auf Basis einer Leseprobe ist durchaus möglich - solange man nicht verschweigt, dass man eben nur die Leseprobe als Material genommen hat. Dann weiss der Leser, worauf man sich stützt und kann es einordnen.
Wenn die Leseprobe schon voller Rechtschreibfehler ist / in einem wirklich flüssigen Stil geschrieben ist / ein paar tolle Illustrationen enthält / eine völlig generische und nur Platz fressende Zufallstabelle enthält, sind das durchaus Punkte zum Ansprechen.
Wenn Sumaro kritisiert, das AB wäre ihm viel zu heile Welt, oder Karli moniert, im AB gäbe es bescheuerte, in Aventurien gar nicht existente Ninjas, dann kann ich das einordnen.
Wenn einen ein Buch dermassen nervtötet, dass man es mit Mordgedanken am Autor nach fünf Seiten weg legt, dann soll man ruhig rezensieren (sobald der Blutdruck wieder normal ist), aber eben dazu schreiben, dass man nur diese fünf Seiten gelesen hat.
von Jadoran
18.06.2018 08:30
Forum: Sonstige Bewertungen & Diskussionen
Thema: Bewerten ohne das Produkt zu kennen
Antworten: 56
Zugriffe: 2975

Bewerten ohne das Produkt zu kennen

Die reine Punktbewertung eines Produktes ist ohnehin (zumal in Zeiten gekaufter Twitter-Follower etc.) beinahe eine Null-Information. Schon ganz anders wird es, wenn ich weiß, von wem die Punktebewertung kommt. Wenn jemand, dem bekanntermassen Aventurien nicht dreckig genug sein kann, einer neuen Schelmen- und Koboldspielhilfe 1 Punkt gibt, nimmt mich das noch nicht gegen das Produkt ein.
Aber selbst dann bringt diese Bewertung weder Autoren noch Kunden wirklich was. Eine Bewertung läßt sich nur durch eine ausgeschriebene/ausgesprochene Rezension nachvollziehen. Was hat gefallen/nicht gefallen? Wo sind die Schwächen? Wer selbst schon mal was veröffentlicht hat, sei es gemalt, geschrieben oder gebaut, weiss, wie wenig man mit der Dichotomie gefällt mir/nicht oder der Punkteskala anfangen kann. Schön, wenn es gefällt, aber warum? Und umgekehrt erst recht.
Natürlich darf man seine Meinung haben, auch über Produkte die man nicht kennt. Auch über Menschen die man nicht kennt. Man darf sie im gewissen Rahmen auch äussern. Aber viel wert ist eine uninformierte Bewertung nicht. Weil man keine Ahnung hat, was oder wen man da bewertet.