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von Sumaro
02.01.2018 16:55
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Thema: R162: Rabenbund
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R162: Rabenbund

Also ich persönlich sehe auch nicht die Romanze im Vordergrund, sie bügelt für mich aber aufgrund ihrer durchaus gut platzierten Präsenz viele Dinge aus, die mir sonst mehr ins Gewicht fallen würden. Und es gibt ja auch viele schöne Darstellungen der Figuren.
von Sumaro
02.01.2018 12:39
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Thema: R162: Rabenbund
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Re: R162: Rabenbund

@Teerschwäntzer
Ich glaube, wenn ich nicht viel Spaß an der Geschichte um Amato und Said gehabt hätte (die man natürlich auch anders hätte angehen können), dann wären mir auch viele deiner Kritikpunkte aufgestoßen, bzw. ich sehe sie eben auch als Schwäche, sie fallen aber für mich nicht so ins Gewicht, wie sie es sonst vielleicht würden.
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Amato könnte mit dem Marbo-Topic deutlich mehr machen, da stimme ich dir zu. Aber ich habe auch immer die Sorge, dass so ein Thema diese Figur dann komplett einnimmt und mir fehlte eigentlich das was er geworden war, nachdem er das erste Mal eingeführt wurde. Wie gesagt, er hatte da sehr starke Szenen in Sand und Blut aber auch später. Ich bin schon froh, dass er jetzt einen Attentäter hat, der auf sich selbst achten kann und Amato dadurch frei wird seine Gaben endlich einzusetzen. Denn das Thema des Mannes, der die Dinge mit dem Herzen erreicht finde ich für Al'Anfa als gar nicht abgenutzt. Aber es wird hier leider kaum bedient, da gebe ich dir Recht.

Said hätte man mehr draus machen können, aber gerade das maraskanische würde ich eben nicht noch weiter mit reinnehmen. Das finde ich ganz gut, auch wie er sich entwickelt und das ihm das Talent genau dafür fehlt und er eben ein ausgebildeter Attentäter ist. Ich finde dann eher den Aufbau der Rebellion um ihn herum ein wenig fraglich.

Aber diesen beiden verzeihe ich eben doch einiges, weil sie mir mit ihrer Romanze sympathisch sind.

Emilia ist in der Tat einfach nur böse, schließt aber damit echt gut an das verzogene Gör an, als das sie schon immer erzogen wurde. Sie ist dabei aber mMn nicht wirklich dumm, sie ist einfach ignorant. Denn sie durchschaut ja durchaus wie einige Dinge funktionieren, sie spielt nur nicht mit und hat zugleich nicht das Standing eines Zornbrecht.

Ihre Mutter hat leider irgendwie nicht mehr als Zickenterror in der Hinterhand gehabt. Da wäre eine solide Konkurrenz sogar eine sehr gute Idee gewesen. Das gefällt mir. Vielleicht bringe ich sowas mal ein, wenn ich Al'Anfa in der aktuellen Zeit bespiele.

Die Frage um Shantalla kann man mMn gut stellen, wenn man allerdings bedenkt wer Brotos Paligan ist (und das die Sache mit den Schiffen essentiell für die Verschwörer ist), dann würde ich eigentlich davon ausgehen, dass Brotos sie mit ins Boot genommen hat und auch entsprechend locken sollte. Aber da sich die Perspektive Schattenherrscherin von Al'Anfa zu werden in der Tat erst später mit Esmeraldo ergibt, ist die Frage nach dem "Wieso" jetzt wirklich berechtigt. Aus reiner Neugierde, wie sie selbst beschreibt, ist nicht die beste Motivation für jemanden in ihrer Position, die dadurch ebenso viel zu verlieren wie zu gewinnen hat.

Brotos gehe ich mit dir konform. Es fehlt einfach zu viel, um ihn in Szene zu setzen und seine Verschwörung ins rechte Licht zu rücken. Und rein regeltechnisch könnten die beiden Geweihten, Amir aber auch Brotos ganz anderen Kram reißen. Wobei nach DSA5 auch vielleicht nicht mehr, das habe ich nicht so auf dem Schirm.

Bei Rezzan gehen wir konform, ich finde der kommt gut an. Was bei einem neuen Zornbrecht eben nicht selbstverständlich ist.

Bei Goldo sehe ich nicht zwangsweise die Entzauberung, sondern Goldo kann sich zum einen Fehler erlauben, zum anderen hat er ja wirklich nur auf das falsche Pferd gesetzt wenn sich Amato distanziert, was jetzt nicht passiert ist (aber ich endlich mal angebracht fände).

Die Prophezeiung von Amir und seine Vision fehlt mir auch. Ich habe die Vision aber nicht auf das Blut bezogen sondern auf Rabenfeder (übrigens eigentlich eine Klinge, die nicht verheilende Wunden schlagen soll und boronheilig ist => gerade mit Visra und Wudu im Hintergrund ist das ja nicht so unüblich Blutopfer zu bringen) und damit seine neue Einstellung.

Esmeraldo finde ich gar nicht unsympathisch sondern sehe ihn eben als reinen Machtmenschen und dann eine Spielfigur, die von vielen anderen angespielt und versucht ausgenutzt zu werden und damit bricht er dann irgendwann auch und fällt über seine eigene Ambition. Ich finde diese Figur gelungen dargestellt und auch mit genug Zeit und Liebe.

Ich finde auch nicht, dass unbedingt die Ziele das interessante sein müssen, sondern die Herangehensweise ist hier wichtiger. Ich finde es schön von offizieller Seite mal Shantalla zu erleben, ihre Motive für diese Politik. Und es gibt ja auch Leute, die nicht für Macht kämpfen, sondern für ihre Selbstverwirklichung (Amato).
Von daher, ja, ganz nüchtern betrachtet fehlt es bei einigen Erzählsträngen an Zeit und Aufwand. Für mich fallen die in diesem Fall weniger ins Gewicht. Bei der eigentlichen Kampagne hingegen werde ich da vermutlich viel kritischer sein.
von Sumaro
02.01.2018 07:41
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Thema: R162: Rabenbund
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R162: Rabenbund

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Heike Wolf hat geschrieben:
02.01.2018 00:51
Sicher sollte das ursprünglich nicht so lange sein, wie es aufgrund der langen Publikationspause nun geschehen, aber ich halte eine Katharsis für Amir wichtig, um ihn zu dem Patriarchen werden zu lassen, der auch ohne Irschan neben (oder besser über) Oderin Al'Anfa führen kann. Das kann er jetzt sein. Und wird er hoffentlich auch.
Da sind wir uns einig. Dass der Schritt notwendig gewesen ist, ist vollkommen klar. Nur das Zeitfenster ist enorm und das Boron schweigt eben auch keine so große Neuigkeit. Ich selbst habe Amir zwar ebenfalls nicht als den Alleinherrscher gesehen, aber er ist eben doch ein Mann mit enormer Macht, der Nähe zu seinem Gott und Führungsverantwortung und eben mit einer anderen, aber nicht weniger intensiven Aura als seine Vorfahren. Ich war eigentlich auch immer froh, dass er eben nicht Bal Honak oder Tar Honak war, sondern seinen eigenen Weg hatte mit den Dingen umzugehen. Ich beschäftige mich aktuell sehr mit seiner Figur, weil ich in einem neu gestalteten Aventurien in unserer Runde die Drachenchronik und den Khomkrieg verbinde und Amir dabei eine große Rolle spielt als Ansprechpartner und Begleiter der SC (aber in seinen jungen Jahren), weswegen ich mir eben genau darüber Gedanken mache, wie die Figur ohne Irschan an seiner Seite agiert und welche Rolle er für sich einnehmen würde. Die Publikationsstarre hat natürlich in der Tat nicht gut getan und eigentlich hat Amir ja auch Erfolge vorzuweisen mit dem erfolgreichen Einzug nach Uthuria und der "Befreiung" von Sylla und Charypso.
Von daher, ich suche keinen Patriarchen der über allem steht und die Fehler ignoriert. Ich suche nach einem Patriarchen, der nicht durch Götternähe aufgibt der Mann zu sein, der er ist. Ist aber vermutlich auch zu viel Anspruch für ein paar Szenen im Buch und auch den Umständen geschuldet, dass seine Entwicklung sprunghaft vonstatten geht. Das Problem liegt ja bereits in Rabenblut wo er auch nicht agiert.
Heike Wolf hat geschrieben:
02.01.2018 00:51
Ich glaube nicht, dass man so etwas wie bei der Horasreich-RSH noch mal machen wird, weil es die Redaktion bindet, ohne dass sie wissen, was in drei+x Jahren sein wird. Was nicht heißen soll, dass ich das nicht sinnvoll fände.
Tja, irgendeinen Tod muss man sterben und Al'Anfa wird dann vermutlich immer den gleichen sterben. Den 10 Jahre im jeweiligen Status Quo festzusitzen. Das gilt ja auch für alle anderen Regionen in denen wirklich lange nichts passiert. MMn sollte man sich eben schon auf ein paar Jahre in zumindest groben Eckpunkten festlegen, was man mit einer Region machen will. Und im Zweifel dann das "nächste große Ding" da zünden, wo es nicht im Widerspruch steht.
Heike Wolf hat geschrieben:
02.01.2018 00:51
Das bedeutet aber bei einem so komplexen Thema wie al'anfanische Intrigen, dass man klare Schwerpunkte setzen muss und anderes reduzieren oder weglassen. Das verengt das Bild sicher, und für den Hardcorefan, der sich bestens auskennt, fehlt dann natürlich dieser oder jener, der auch noch eine Rolle hätte spielen können oder soll. Oder Hintergründe, die für den Nicht_DSAler zu viel geworden wären, weil an der Stelle die Funktion der Figur ausreicht und der Fokus wo anders liegt.
Deswegen meine ich ja, dass hier einfach der Antagonist mit seiner Perspektive fehlt. Denn wie du schon sagtest, man kann über Brotos und seine Motive und Vorgehensweisen nur etwas wissen, wenn man eingefleischter DSA-Fan ist. Und so gerne ich auch von Esmeraldo und Inion gelesen habe, ich denke ein Teil der Zeit wäre dann vielleicht gut bei ihm aufgehoben gewesen, denn eigentlich ist er ja der Urheber der Situation und der Strippenzieher. Und dafür bleibt er zu blass und die Intrige für einen Nicht-DSAler eben recht unzugänglich. Man muss schon viel über Al'Anfa wissen und verstehen, um überhaupt nachvollziehen zu können, wie der Mann an seine Ressourcen kommt, wie man die Unzufriedenen so sammeln konnte usw. usf..
Das ist mMn eine der Schwächen der Bücher, auch wenn ich es für nicht so relevant halte, wegen offensichtlicher Gründe.^^
Heike Wolf hat geschrieben:
02.01.2018 00:51
Daher - freue ich mich sehr, dass ich dich mit Amato versöhnen konnte Ansonsten schreib doch einfach was zu den beiden! Als Roman oder als Kurzgeschichte fürs Skriptorium ... wobei mit Ulisses und dem neuen Label von Werner Fuchs ja auch zukünftig weiter DSA-Romane veröffentlicht werden.
Ja, du hast mich mehr als mit ihm versöhnen können. Die Hälfte der Zeit war ich nämlich vonihm schon gelinde genervt, weil ich immer dachte "Junge, jetzt reiß dich am Riemen!" und dann legt er auch endlich mal los. Und auch mit Said als Figur hat mich die gesamte Entwicklung versöhnt. Ich bin also positiv gestimmt was den Flair angeht. Nur kann ich schlechterdings noch nichts zu den beiden schreiben, wenn ich nicht weiß, ob sie von offizieller Seite den Feldzug überleben werden. xD
Bei Said ist das ja zumindest noch auf der Kippe. Und was einen DSA-Roman betrifft, ich denke nicht, dass ich da einen Fuß in die Tür bekomme. Aber vielleicht mache ich ja wirklich mal was fürs Scriptorium. Oder eben hier übers Forum.
von Sumaro
01.01.2018 21:16
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Thema: R162: Rabenbund
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R162: Rabenbund

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Heike Wolf hat geschrieben:
01.01.2018 21:00
Gerade bei Said musste es dauern. Der konnte nicht sofort Amato in die Arme fallen ;)
Ja, das war auch nicht ganz ernst gemeint.^^ Ich fand die Entwicklung ziemlich gelungen. Zu Amato (schon wegen dem Namen) passte das natürlich hervorragend. Ich bin auch froh pber den Fokus der beiden. Ich hatte vorher mal geschrieben, dass ich mir für Al'Anfa sowas wie Irschan und Amir wünschen würde, nur mit mehr Spotlight. Tada, ich habe jetzt Aurelian und Amir in jung. Passt doch perfekt. *g*
Heike Wolf hat geschrieben:
01.01.2018 21:00
Das fällt bei einem Charakter wie Amir, der zuletzt aus diversen Gründen eher passiv war, stärker auf als bei einer Shantalla, die ihr Ding in der Zwischenzeit einfach weiter durchgezogen hat. Mein Gedanke war, Amir hier aus dieser langen Phase der Sinn- und Rabensuche herauszureißen und wieder zu einer aktiven Person zu machen (warum er so lange untätig war, wird ja thematisiert - ein Hochgeweihter, der bei seinem Gott keine Antworten mehr findet, hat ja einen guten Grund, an sich zu zweifeln und sich in der Sinnsuche vorübergehend zu verlieren). Das hätte ich unschön gefunden, wenn das ausschließlich im Off nebenbei geschehen wäre.
Damit hast du auch vollkommen recht, es sollte schon erfahrbar sein. Aber gerade darum hätte ich die Romane vielleicht anders gegliedert. Amirs Untätigkeit ist nämlich, mMn, ein überstrapaziertes Thema. Er ist nun mal ein Patriarch und hat jetzt effektiv seit 10 Jahren nichts mehr gerissen. Das mag für andere Kirchenoberhäupter auch durchaus in Ordnung sein, weil sie eben nicht drinstecken in politischen Umstürzen, aber hier ist es eben besonders greifbar. Und ich denke eben auch, dass selbst ein Patriarch eben nicht nur Antworten bei seinem Gott sucht. Sondern das die Antworten seines Gottes selten sein sollten. Bei einer Sache wie dem Boronszug auf jeden Fall, da passt das, aber eben nicht beim alltäglichen Geschehen. Wirklich aufgearbeitet wurde dann die Sache mit Irschan auch nicht. Was auch dem Platz geschuldet ist, das ist natürlich klar. Aber es sind eben so viele Lücken geblieben und ich hätte mir einfach gewünscht, dass da mehr Zeit gewesen wäre.
Heike Wolf hat geschrieben:
01.01.2018 21:00
Der Gedanke, den Roman früher anzusetzen, klingt zwar an sich sinnvoll, um die Zeit, in der nichts geschehen ist, nachträglich mit Geschehen zu füllen, hätte der Geschichte dramaturgisch aber nicht gut getan, da so etwas einige größere Zeitsprünge erfordert hätte, was den Plot auseinandergerissen und am Ende unverhältnismäßig verdichtet hätte.
Das ist ein absoluter valider Einwand. Vielleicht hätte man aus dem ersten Roman eher ein Jahr in Al'Anfa machen können und dann bei dem zweiten die Handlung zum Heereszug überleiten können, aber es gibt einfach zu viele Figuren, zu viele Baustellen und mit zwei Büchern schlicht zu wenig Zeit und Platz. Ich verstehe das, empfinde es aber als bedauerlichen Umstand, der eben auch ein wenig an der Geschichte zehrt.
Heike Wolf hat geschrieben:
01.01.2018 21:00
Ich habe ja schon anderswo mal geschrieben, dass ich darüber nachgrübel, wie man so lange Phasen des Stillstands in Zukunft vermeiden kann, aber das liegt letztendlich bei Ulisses und dem dort möglichen Output (und der - recht flott - fortlaufenden Geschichtsschreibung in einem RP-System). Ob und wie weit ich das in Zukunft weiterschreiben werde, kann ich ja auch noch nicht sagen. Oder ob sich jemand anderes findet, der sich Al'Anfas annehmen will.
Ich glaube, dass sie sich nicht vermeiden lassen. Dafür fehlen letztlich die Mitarbeiter und die Mittel, um Aventurien so lebendig zu gestalten, wie man es gerne machen würde. Aktuell kenne ich auch nicht die Handhabe mit der vorgegangen wird, aber ich würde z.B. einfach mal ein aventurisches Jahr zu zwei irdischen Jahren machen, dann verschafft man sich Luft. Oder man muss einfach Entwicklungen anzeichnen (und dann aber auch konsequent verfolgen). Im Reich des Horas ist sowas skizziert, die Entwicklung von 1036 BF bis 1040 BF ist quasi im Groben festgeschrieben. Gleiches könnte man auch für Al'Anfa machen.
Heike Wolf hat geschrieben:
01.01.2018 21:00
Brotos Paligan ist ja seit der erste Al'Anfa-Spielhilfe von 1994 Amirs Nemesis und der "ich will Patriarch werden anstelle des Patriarchen"-Char. Ich ging davon aus, dass sich die Motive der Leute, die da mitmachen, aus der Handlung ergeben - Granden, die von einem neuen, starken Rat der Zwölf ohne Oderin träumen, Boroni, die Amir für schwach und zaudernd halten, Militärs, deren Loyalität zu Oderin schwindet, je länger sie dort draußen vor der Stadt liegen und Oderin sich mit den Granden und Politik herumschlägt, anstatt seine Leute ins Feld zu führen. Ebenso die Mittel, schließlich stehen etliche Granden und Militärs dahinter. Aber die Verschwörung wäre etwas gewesen, was bei mehr Seiten sicher auch mehr Raum bekommen hätte.
Ja, ich selbst kann mir viele Zusammenhänge zusammenreimen oder auch ausdenken, nur eigentlich ist Brotos der "Schurke" der Geschichte und seine Motive sind klar, aber eben seine Mittel nicht. Die werden auch nur durch Worte, aber nicht durch Aktionen in Erscheinung gebracht. Auch die anderen Grandenhäuser werden nur per Namen erwähnt, aber eben nicht fühlbar gemacht. Es ist vielleicht auch unfair, das von diesen Büchern zu erwarten. Das Problem ist eben, bewege ich ganz Al'Anfa, dann muss ich auch ganz Al'Anfa berücksichtigen. Bewege ich nur zwei bis fünf Parteien, kann ich das viel besser filtern. Aber hier ist ja die gesamte Stadt betroffen und zwar sehr nachhaltig, was die NSC-Riege betrifft.

Ich bin persönlich schon sehr versöhnt, aber eben auch nicht wirklich objektiv, weil ich die Geschichte schon wegen Amato (meinem Lieblingsgranden) verschlungen habe. Und ich wünschte mir eigentlich mindestens noch zwei Romane mehr dazu, bzw. würde auch selbst daran schreiben, wenn auch vermutlich mit einem deutlich engeren Fokus und vermutlich erst wenn auch raus ist, wie jetzt der Krieg verlaufen wird (die Kampagne dazu wird ja vermutlich zeitnah folgen).
Und ja, ich lege jetzt mal alles hinter Spoiler xD
von Sumaro
01.01.2018 20:11
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Thema: R162: Rabenbund
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R162: Rabenbund

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Heike Wolf hat geschrieben:
01.01.2018 17:19
Ich freue mich daher sehr, dass Said und Amato für dich funktionieren, @ Sumaro. Ich selbst bin gespannt, wie sie sich weiterentwickeln. Sie sind ja doch sehr unterschiedlich ;) Auch dass dir Shantalla und Rezzan gefallen, freut mich. Shantalla hat mir beim Schreiben sehr viel Spaß gemacht, und sie ist für mich zur meinem persönlichen Liebling in dem Buch geworden.
Also ich würde sagen, dass die beiden hervorragend funktionieren können und hoffe auch, dass sie es tun. Denn ich glaube zwar, dass Said ein Heldenauftraggeber oder -begleiter sein wird, in der Kampagne (hallo Special-Forces, das springt einem ja beinahe ins Gesicht), aber gerade weil sie unterschiedlich sind, aber eben keine typischen Granden, weil sie sich unter solchen Umständen kennengelernt haben und weil Amato einfach mal Glück haben sollte, wird das bestimmt funktionieren. Für mich jedenfalls funktionieren sie hervorragend zusammen und ich bin auch froh, dass sie so viel Zeit in deinen Romanen bekommen haben (auch wenn es gefühlt ewig dauert, bis es endlich funkt!!!!). ;)

Shantalla finde ich auch ziemlich großartig geworden. Endlich blickt man mal hinter die Fassade der hübschen, aber angeblich dummen Karinor und weil ich sie schon immer so ähnlich dargestellt habe wie du und es auch sehr cool fand ihre Sichtweise zu lesen (warum sie mit Freundlichkeit agiert und wieso sie für sich und ihr Haus diese Methode und diesen Weg wählt, aber auch wie sie sich aus den Schwierigkeiten wieder herauswindet), denke ich, dass dieser Part sehr gelungen ist.

Rezzan, obwohl und vielleicht gerade weil er keine eigene Sichtweise bekommen hat, wirkt auf mich endlich mal wie ein Zornbrecht, mit dem ich wirklich arbeiten kann. Ich war nach Narebs Abgang (den ich nicht sonderlich schick fand, zumindest in der Art und Weise) sehr skeptisch und Rezzan kam aus dem Nichts, aber er bringt das Zornbrecht-Flair mit rein und hat offenbar auch noch machtpolitisches Geschick. Gefällt mir sehr, gerade weil er sich von niemandem was bieten lässt, selbst nicht von Oderin. Er ist da wirklich ein Löwe.

Oderin selbst und auch Amir bleiben im Rahmen der Romane natürlich ein wenig blasser. Und Amir hat ehrlich gesagt viel zu viel Zeit mit Trauern, Nachdenken und Untätigkeit verbracht. Das ist mMn auch eines der größeren Probleme. Es fehlt Zeit und Seiten an allen Ecken und Enden. Manche Passagen müssen ganz gekürzt werden und bringen dann die Zeitleiste sprunghaft voran, was verständlich ist, nicht alles ist spannend, viele Dinge passieren eben im Off, aber man hätte vielleicht versuchen können die Entwicklung weniger in diesen Zeitraum von einem Monat zu packen und stattdessen für manche Figuren einfach mehr Zeit vergehen lassen können, in dem man weiter zurückgreift. Bis auf Esmeraldo scheinen nämlich alle irgendwie in den letzten Jahren irgendwie nichts erreicht zu haben und obwohl das natürlich genauso ist, outgame betrachtet, wäre hier die Möglichkeit gewesen es anders anzugehen.

Die Verschwörung von Brotos Paligan z.B. bleibt in der Tat sehr hinter ihrem Potential zurück, sie wird auch nicht erklärt sondern wirkt einfach die ganze Zeit über zu klein skaliert. Da verschwört sich jemand von seinem Kaliber, aber die einzigen Spieler die nachher wirklich was reißen sind Esmeraldo und Shantalla und das sind die beiden, die am wenigsten von der Verschwörung selbst erhofft hatten. Der Drahtzieher selbst bleibt schlicht und ergreifend blass und wird dann einfach entsorgt. Schön fand ich, dass dadurch Said und Amato überhaupt eine Chance hatten zusammen zu finden und auch ihre Stellung zu behaupten, aber es war eben doch schon mehr Kulisse als wirklich Aktion. Es wird niemals konkret was die Verschwörer für Mittel haben, wieso einzelne Leute ihnen folgen, was man sich verspricht und wer darin wie und wann verwickelt wurde. Dieser Part steht hinter der persönlichen Entwicklung der NSC eben deutlich zurück. Stört mich nicht so sehr, ist aber schon eine Schwäche des Buches. Also zu wenig Zeit vergeht, um all die Dinge anzustoßen, es ist nur eine weitere Momentaufnahme aus dem Leben von Figuren, die teilweise nach eigener Aussage seit 10 Jahren irgendwie das gleiche machen und das eigentliche große Topic, die Verschwörung die Al'Anfa bedroht, bleibt blass und auf einem Niveau, bei dem man sich wirklich fragen muss, wie hätte das Ding erst ohne Esmeraldo funktionieren sollen und wie kompetent sind die Leute eigentlich?
von Sumaro
01.01.2018 09:58
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Thema: R162: Rabenbund
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R162: Rabenbund

Also ich muss gestehen, dass ich nicht objektiv an die Sache herangehen kann. Ich freue mich z.B. daran, dass Amato endlich jemanden gefunden hat und dann auch noch den Sohn von Bonareth. Und es gefällt mir sehr, wie Rezzan Zornbrecht und Shantalla Karinor dargestellt werden. Ebenso wie Oderin und letztlich auch Amir. Hätte man Dinge besser machen können, ganz bestimmt, aber ich bin jetzt schon ein Fan von Paligan und Bonareth und habe alles geliefert bekommen, was ich mir für Al'Anfa nach dem Wegfall von Irschan und Aurelian erhofft hatte. Ich hatte viel Spaß beim Lesen und bin inspiriert damit zu arbeiten.

Ich bin mir sicher, dass die eigentliche Kampagne nicht dazu aufleben wird, aber allein schon Said (geläutert und an seinem Scheitern gewachsen) und Amato (der begreif, dass er am stärksten ist wenn er seinem Herzen folgt) entschädigen für manche Holprigkeit die woanders auftritt. Zumindest für mich. Gute Geschichte. 4 Punkte.