Die Suche ergab 6 Treffer

von Andwari
09.12.2016 18:38
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?
Antworten: 34
Zugriffe: 2324

Re: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?

@Vasall
Jein. Eigentlich wären wir zeitlich ja sehr früh unterwegs - aber wir bedienen auch ein karibisches Hollywood-Piratensetting wo man halt mit Schiffen aus Nelsons Zeiten fährt und nur ganz selten mal was aus dem 17ten Jhdt sieht (geschweige denn früher). Die ganze Thematik "Rotzen" ist nicht Enterkampf, sondern Breitseite und Kanonendonner.

Das passt natürlich nicht nahtlos zusammen - nach aventurischem Hintergrund finden nur noch die Al'Anfaner und Thorwaler Enterkampf geil, was bei den 20 nichtangeketteten Mann auf einer al'anfanischen Bireme irgendwo masochistisch ist.

Einerseits hat man versucht, bei älteren Schiffstypen zu bleiben - aber bei der Schivone dann halt doch einen Dreimaster mit mehreren Rahsegeln übereinander bei mindestens den beiden vorderen Masten erzeugt. Das ist je nachdem über welches Schiff in "Efferds Wogen" wir sprechen manchmal Galeone und manchmal Vollschiff-Besegelung und deutlich moderner als alles was irdisch unter Holk, Kraweel oder Karacke läuft.

Geschützbediener sind Geschützbediener - wollte ich Seesöldner für den Enterkampf, würde ich Seesöldner für den Enterkampf anwerben. Letztere sollten im Enterkampf dem Geschützbediener überlegen sein, weil sie nicht Kugelschleppen und Rotzeschießen üben sondern Säbelfechten.
von Andwari
09.12.2016 17:21
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?
Antworten: 34
Zugriffe: 2324

Re: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?

Die "Admiral von Seweritz" ist mMn eine versuchte Kopie der "Endeavour" - das Schiff Cooks auf seiner ersten Reise:

Länge/Breite/Tiefe/Verdrängung
Bewaffnung
Besatzung

Endeavour
29,7 m / 8,9 m / 3,45 m / 366 tons burthen
10 Kanonen 4pfd (davon 4 "stowed in the hold") 12 swivel guns
71 Mannschaft, 12 Soldaten, 11 Zivilisten = 94 gesamt

Admiral von Seweritz
26,8 m / 8,9 m / 3,3 m / 262 Quader [die Berechnung in EW muss irgendwie ähnlich wie "tons burthen" sein, aber ich hab nicht rausgefunden, wie genau.
6 Rotzen, 4 Aale, 6 Hornissen
165 gesamt

Interessant wird es, wenn man mit irdischen Kriegsschiffen aus der Zeit der Endeavour vergleicht: In der Schlacht von Cheasapeake (1781) haben die kleineren beteiligten Kriegsschiffe mal eben 5-faches Volumen und 74 Kanonen, selbst die kleineren Fregatten der Zeit sind noch deutlich größer (586 tons burthen), kommen aber an die Besatzung der "Admiral von Seweritz" ran.

Die Kanonen sind dabei deutlich mehr, (24), die außerdem massiv größer sind (8-Pfünder auf Fregatte, 18- und 32-Pfünder auf echten Kriegsschiffen) als auf dem Expeditionsschiff. Noch kleinere Schiffe sind meist keine "normalen" Kriegsschiffe, auch wenn sie in Schlachten auftauchen - sondern Kurierschiffe, für Erkundungsaufgaben usw. = da wird man eher weniger Kanonen draufpacken.

Die richtig dicken Kriegsschiffe, gegen die eine "Endeavour" eine schwimmende Nussschale mit ein paar Wilden-Beeindruckungs-Kanönchen ist, gibt es aventurisch nicht. Besonders sollte die "Admiral von Seweritz" keine "schweren" Rotzen/Aale haben.
von Andwari
09.12.2016 16:07
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?
Antworten: 34
Zugriffe: 2324

Re: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?

@Sumaro
Siehe dazu meine Ergänzung oben. Zustimmung, dass ständige Kämpfe nicht mit einem Gossen-Lebensstil funktionieren.

ABER es ist auch nicht Bestandteil eines typischen low-level Söldnerdaseins, zu kämpfen, besonders wenn die Erfolgsaussichten mies sind. Da hat Machiavelli absolut recht, sobald es kritisch wird, verziehen sich diese Söldner.
Wenn man auf so niedrigem Level kämpfen will, muss man den Jungs die halbwegs ordentlichen Waffen stellen, hinterher von den Leichen wieder einsammeln und anderweitig sicherstellen, dass die Schlacht insgesamt gewonnen wird.

Auf Schiffen hat man den Vorteil, dass da keiner weglaufen kann und die Gegner vllt. das Schiff versenken wollen. Es gibt aber immer noch die Möglichkeit, für die Kampfmannschaft richtig gute Leute zusammenzustellen, dann wird es sauteuer und man muss Action machen um die Kosten reinzuholen - oder man hat halt wieder den mehr oder weniger "Nachtwächter". Seesöldnerdasein ist idealerweise (für den Seesöldner) Geld fürs Nixtun. Man sitzt platzsparend rum, während die Matrosen ihren Job mit den Segeln, Tauen usw. machen. Für Schlachten sollte extra bezahlt werden (Prisengeld und so) - verschiedene irdische Kriegsschiffe haben jahrzehntelang keinen Kampf ausgefochten und wenn dann möglichst gegen schwächere Gegner.

@Curthan
Für eine "Expedition" jede Menge Geschützmannschaft? Und die Seesöldner gegen eigene meuternde Mannschaft? Oder erwartet man Gegner? Für aventurische Verhältnisse ist diese Schivone extrem stark bewaffnet, das ist ein waffenstarrendes Geleitschiff für andere, unbewaffnete Konvoischiffe, mit stark reduziertem Platz für alles andere.
von Andwari
09.12.2016 15:47
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?
Antworten: 34
Zugriffe: 2324

Re: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?

@Sumaro
Die 24 D/mtl. kann man direkt mit 5-8D für Söldner (alles inclusive) aus demselben Abenteuer kontern. Beide Beträge sind nachvollziehbar, je nachdem was man anwirbt und wofür. Du verwendest Beträge für sehr gute Truppen, die direkt für einen Einsatz (und nur für den) angeworben werden mit Deiner Aussage, die seien Wachtruppen und nicht für die gerade geplante, evtl. blutige Offensive. Siehe S.24 VeG, die hervorgehobene Mini-Tabelle und Text rundrum - Deine Beträge liegen knapp unter "Elite" für Fußkämpfer.

Ein Söldner, der für 6 Dukaten monatlich = 2 Taler täglich alles an Waffenreparatur, Lebensstil usw. selbst erledigen soll, muss aus der Kategorie "Nachtwächter fürs leere Lagerhaus" kommen. Nur "Helden" sind blöd genug, für das Geld Einsätze anzunehmen, wo irgendwas außer konfliktfrei rumhocken und gelegentlich rumlaufen gefordert wird. Ab wann sich der erbärmliche 6-Dukaten-Nachtwächter zu einem Alveranskommando überzeugen lässt, hängt wohl von anderen Randbedingungen ab. DSA geht sonderbarerweise davon aus, dass Söldner jeder Kategorie auch wirklich kämpfen wollen.

Irdisch sind "Söldner" auch oft bescheiden bezahlt - bis heute. Der IS hat auch deshalb von 2014-2015 seine Erfolge gehabt, weil da mehr als die 200-500 $/mtl. gezahlt wurden, die da von anderen Parteien gezahlt werden.
von Andwari
09.12.2016 11:55
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?
Antworten: 34
Zugriffe: 2324

Re: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?

Ich finde die Beträge ganz O.K. und nicht zu niedrig - das bei den Halbmatrosen soll wohl Heuer 1,5 heißen, oder?

70 "Richtschützen" - davon ist doch eher nur einer je Geschütz Fachmann und die anderen Helfer. Bei den Söldnern kriegt man halt, was man bezahlt - und hier wird deutlich über dem Minimum gezahlt, das vllt. bei der Hälfte läge (die Qualität von 60-Taler-Söldnern und 40-Taler-Soldaten sollte entsprechend sein).

Bei den Beträgen könnte man auch berücksichtigen, was denn die Empfänger davon an Zehnt und Steuern evtl. nicht abdrücken müssen, was man vom normalen Handwerker oder Freibauern holt und dessen "Netto" doch deutlich drückt.

Aventurien hat bei Schiffen und Schiffsbesatzungen eine Bruchstelle zum "normalen" Militär - für den Personalansatz dieser einen Schivone kriege ich 5 Banner sehr respektables Gardemilitär gezahlt und kann damit eine ganze Grafschaft halten.

Kein Wunder dass das Mittelreich seine dutzenden Kriegsschiffe im Hafen modern lässt, wenn insgesamt das Geld knapp ist. Für die Einsatzmöglichkeiten ist das ein riesiger Haufen Geld und dieses Kriegsschiff ist ein reines Kriegsschiff, für Handelsschutz muss es überdimensioniert sein - denn welcher Gegner kann die Ressourcen einer Grafschaft in seine Piraten stecken?

Die Südmeerkolonien sind so winzig, die können kein wirtschaftlicher Grund sein (oder machen die 100 Mohasklaven da mehr Umsatz als anderswo 10000 Bauern?), beim aranischen Getreidefrachter machen mir die nicht beschriebenen Preisunterschiede für Endverbraucher-Grütze die Rechnung kaputt - soundsoviel Quader mal Null ist immer noch Null. Irisch haben selbst die durch Epidemien dezimierten Länder des z.B. spanischen Kolonialreichs im 16-19.Jhdt. immer noch einige Millionen arbeitende Bewohner - da lohnen auch die Schiffe um deren Reichtümer wegzuschippern.
von Andwari
08.12.2016 21:43
Forum: Hintergründe, Kontinente und Globulen
Thema: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?
Antworten: 34
Zugriffe: 2324

Re: Was kostet die Erhaltung einer Schivone?

Die Personalkosten kann man mMn ziemlich genau herleiten - aber Achtung, nicht jeder Rotzenkugel-Schlepper ist Facharbeiter und in der Seefahrt scheinen die Löhne allgemein eher gering auszufallen, dafür ist das eine recht sichere Langzeitanstellung und es fallen keine Zusatzkosten für Verpflegung und Unterkunft an, die ja auf dem Schiff sind. Die Hängematte ist nicht so viel schlechter als die Bleibe eines anderen Unterschicht-Arbeiters.

Das Schiff ist also auch "Wohnung" für zig Personen und die Verpflegung geht da auch rein - das sollte man nicht doppelt rechnen, wenn der Eigner das Schiff pflegt und der Smutje kocht muss der Matrose seine "Wohnung" nicht renovieren und kein Feuerholz kaufen wie Landratten.

Kosten für Betrieb und Instandhaltung:
Betrieb wäre also Verpflegung, Trinkwasser, Hafengebühren = insgesamt ein überschaubarer Punkt.
Instandhaltung würde ich so rechnen, dass man in 20-40 Jahren die Neubaukosten des Schiffs nochmal reinsteckt. Ein mit 5% jährlich instandgehaltenes Schiff kann dabei "uralt" werden (100-jährige Schiffe sind möglich, auch mehr wenn man halt komplett neu beplankt o.ä. = wie ein grundrenoviertes Altbau-Haus) eines mit 2,5% wird schon bald Schwächen zeigen - und ein 40-jähriges Schiff mit minimal angesetzter Instandhaltung ist halt ein Seelenverkäufer mit Restwert "Null".

Kampfschäden:
Gehen extra und machen das ggf. richtig teuer.

Man müsste das Ganze so skalieren, dass ein vorwiegend zum Handel genutztes Schiff sich trägt, Gewinne erzeugt aber nicht jeden Beteiligten über Nacht steinreich macht - zumindest wenn man Standardgüter von A nach B fährt. Das scheitert dann wieder an der DSA-Wirtschaftssimulation.